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Erweiterung der Alpenmilchzentrale

Die als Büro- und Werkstättengebäude genutzte ehemalige Alpenmilchzentrale (siehe auch Projekt tosky) sollte auf Grund der starken Nachfrage nach Büroflächen im Bereich des Wirtschaftshofes erweitert werden. Der Gebäudekomplex besteht aus mehreren Bauteilen aus unterschiedlichen Jahrhunderten auf zwei zusammengelegten Grundstücken. Neben der Schaffung neuer, zeitgemäßer Büroflächen sollten – unter Beibehaltung der Nutzbarkeit des Wirtschaftshofes – die bestehenden, schlecht erschlossenen Gebäudeteile im Zusammenspiel mit dem Neubau besser in die Gesamtanlage integriert werden.

Der neue, kubische Gebäudeteil mit drei Hauptebenen steht auf Stützen über einem Teilbereich des bestehenden Wirschaftshofs und bindet mit seinen Niveaus an die bestehenden Gebäudeteile an. Die Büroebenen werden mittels Fertigteilhohldielen aus Stahlbeton stützenfrei überspannt und über großzügige, raumhohe Fensteröffnungen belichtet. Die Erschließung erfolgt zentral über das Stiegenhaus des Gebäudeteils an der Weyringergasse, von dessen Eingangsbereich die neue Erschließung ab dem 1. Obergeschoß zu den im Inneren des Bauplatzes liegenden neuen Bauteilen geführt wird und auch die hier angelagerten Bestandsflächen anbindet. Wo möglich, wurden auf den Dächern der Bestands- und Neubauten Freiflächen ausgebildet – im dicht verbauten Industrieareal ein wesentlicher Aspekt des Entwurfs. Sie dienen der Erholung der Nutzerinnen und bieten Möglichkeiten zur Kommunikation und Interaktion zwischen den einzelnen Büros, Ateliers und Werkstätten. Eine zentrale Rolle im Zusammenspiel der Freiflächen übernimmt der nun teilweise überdeckte Wirtschaftshof. Mit großzügigen Raumhöhen von 3,5 bis zu über 5 Metern erfüllt er nicht nur seine primäre Funktion als Lade- und Manipulationsfläche, sondern bietet, in einer Art Space-Sharing, in den vom wirtschaftlichen Treiben freien Abendstunden auch sozialen und kulturellen Ereignissen wie Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen und nicht zuletzt dem alljährlichen Sommerfest Raum. Und vor dem Sommergewitter, das ebenfalls alljährlich termingerecht auf dieses Fest niedergeht, bietet die lang ersehnte Überdachung Schutz.

Auftraggeber: T.O. Wirtschaftspark GmbH 1040 Wien
Raumprogramm: 1.096 m² Bürofläche mit 100 m² Terrassen. Davon 632 m² Bürofläche Neubau und 464 m² Bestandssanierung
Adresse: Viktorgasse 22, 1040 Wien
Mitarbeiter/innen: Morten Loes, Günter Mohr, Antje Ott, Casper G. Zehner
Planungszeit: Jänner bis Juli 2006