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Bebauungsstudie Messe/Prater

Ziel dieser Studie war es, mittels eines Struktur- und Nutzungskonzepts sowie eines Bebauungsvorschlags zu untersuchen, ob, in welchem Ausmass und in welcher Form ein damals geplantes Parkhaus mit zusätzlichen, der hohen Standortqualität entsprechenden Nutzungen ergänzt werden könnte. Das engere Planungsgebiet umfasst die Parkplätze südwestlich (ca. 1,3 ha) und nordöstlich (ca. 1,5 ha) der Perspektivstrasse. Das weiter gefasste Planungsgebiet wird von dem Dreieck zwischen Ausstellungsstrasse, Lagerhausstrasse und Zufahrtsstrasse umschrieben. Die Messenutzung am Gelände südöstlich der Lagerhausstrasse wurde zu jener Zeit neu definiert und strukturiert. Im Bereich nordöstlich der Südportalstrasse war ein Erlebnispark geplant. Für diese Nutzungen sollten im engeren Planungsgebiet mittelfristig 1500 Parkplätze errichtet werden.

Städtebauliche Situation: Das Planungsgebiet weist sehr heterogene Ansprüche auf. Es gibt, abgesehen vom Riesenrad, keine bestehenden städtebaulichen Referenzpunkte mit nennenswerter Höhenentwicklung. Die Ausstellungsstrasse als mässiger Verkehrszubringer mit temporären Spitzenbelastungen weist an der Seite des Stuwerviertels eine geschlossene Strassenfront auf. Südlich der Ausstellungsstrasse dominieren kleinteilige Praternutzungen, wie Bierdepot, Briefmarkenhaus, Praterverbandshaus und dergleichen und den Bereich des weiteren Planungsgebietes bestimmen fragmentierte Nutzungen wie das “Gasthaus Zur grünen Hütte”, Tennisplätze, Kinderfreunde-Stützpunkt und ein Polizeikommissariat. Das bestehende Messegelände hat an messefreien Tagen, und daher vorwiegend, Brachecharakter. Dieser ist bereits am östlichen Ende der Zufahrtsstrasse spürbar und zeichnet weite Teile des Planungsgebietes aus. An Messetagen dagegen ist mit Spitzenfrequenzen von bis zu 30.000 Menschen zu rechnen. Der Prater ist mit ca. 3 Mio. Besuchern pro Jahr der stärkste Attraktor im Umfeld. Das Planungsgebiet schliesst direkt an die Rückseite der Praternutzungen in der Zufahrtsstrasse an. Es ist kein direkter Zugang vom Prater zum Planungsgebiet vorhanden. Eine Aufwertung und Arrondierung dieses Bereichs unter Berücksichtigung der Praternutzung erscheint jedenfalls zweckmässig.
Durch die geplante Verlängerung der U-Bahnlinie U2 und die neuen Nutzungen im Bereich des bestehenden Messegeländes wird das Gebiet eine starke Aufwertung erfahren. Die künftige Erreichbarkeit und die damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten sind als hochwertig zu bezeichnen. Allerdings ist die Linie U2 als kommunizierendes Gefäss zu betrachten. Im Zuge ihrer Verlängerung entstehen weitere hochwertige Standorte mit hohem Entwicklungs- und Nutzungspotential, welche weitgehend im gleichen Nutzungssegment konkurrieren (Hotel, Shopping, Urban Entertainment, Fun und Fitness, Büros). Über den künftigen Nutzungsdruck auf das Planungsgebiet können daher keine verlässlichen Aussagen gemacht werden. Trotzdem ist davon auszugehen, dass dieser, insbesondere auf den stark untergenutzten Flächen im weiteren Planungsgebiet, in Zukunft intensiver werden wird.
Im Bereich der Messe sind im Zuge von Um- und Neustrukturierungsmassnahmen drei neue Hallen mit einer Höhe von ca. 20m geplant. Die Lagerhausstrasse soll im Vorfeld der Messe platzartig zu einem Fussgängerbereich erweitert werden. Den Abschluss der Messe zur Ausstellungsstrasse soll eine städtebauliche Dominante von bis zu 60m Höhe bilden, daran anschliessend ist ein Konferenz- und Kongressgebäude mit Hotel geplant. Ebenso soll die Parkplatz- und Verkehrsabwicklung verbessert werden. Diese Neustrukturierung soll bis 2003 erfolgen. Südöstlich der Nordportalstrasse auf dem jetzigen Messegelände ist der Erlebnispark Sountopia geplant. Das vorliegende Planmaterial zeigt eine platzartige Erweiterung an der Lagerhausstrasse.

Das Projekt: Im engeren Planungsgebiet soll mittelfristig ein Garagenbauwerk mit 1500 Stellplätze errichtet werden. Aufgrund des vorherrschenden Grundwasserpegels ist die Errichtung einer Tiefgarage als unwirtschaftlich anzusehen. Stadträumlich muss das Planungsgebiet gleichsam als Vermittler zwischen unterschiedlichen Funktionen und Ansprüchen gesehen werden. Die umliegenden Nutzungen unterliegen saisonalen Schwankungen, sind stark anlassbezogen und teilweise witterungsabhängig. Die Gelenkfunktion und die künftig hochwertige Lage lassen es zweckmässig erscheinen, das Garagenbauwerk in ein umfassendes städtebauliches Entwicklungskonzept zu integrieren. Der knappe Planungshorizont bis zum Jahr 2003 zwingt zu einer Realisierung in Phasen.

Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, vertreten durch die MA 21A
Raumprogramm: engeres Planungsgebiet 2.7 ha. Fitneß 2500 m², Gastronomie 2800 m², Prater 2200 m², Hotel 18200 m², Büronutzung 39.200 m², gesamt ca. 65.000 m² BGF und ca. 2000 Stellplätze.
Adresse: Perspektivstraße, Wien 1020
Konsulent: Manfred Schenekl
Planungszeit: Oktober – Dezember 00