p ort 1

Bahnhof Wien Nord - Praterstern, 2- stufiges Verhandlungsverfahren - 1. Stufe

Der Bahnhof Wien Nord ist einer der wichtigen Umsteigeknoten (U1, U2, Schnellbahnen, Strassenbahnen) im Wiener Verkehrsnetz. Zahllose funktionelle, konstruktive und qualitative Mängel erfordern eine Modernisierung des gesamten Bahnhof- und Gleisareals. Zusätzlich fordert die Umgebung – der Praterstern – eine Neuordnung. Hier treffen heterogene Stadträume und Ansprüche aufeinander. Der Praterstern vermittelt die unterschiedlichen Raumbilder von der historischen Stadt zu den Erholungsgebieten Prater und Donauraum, zur Messe und zu den Entwicklungsgebieten Nordbahnhof und Donau-City. Als zentrales Element der Entwicklungsachse U1 stellt er eine Konstante im Diskurs der Wiener Stadtentwicklung dar.
Die figurative Ausführung des p orts ist nicht Resultat gestalterischer Ästhetik oder architektonischer Eigenwilligkeit, sondern Ergebnis einer Auseinandersetzung mit den vorgefundenen Verhältnissen und Bedingungen: Niveaugleiche und niveaufreie Querungen, Andocken an die Mobilitätsabwicklung der Öffentlichen Verkehrsmittel, Zugänglichkeit der äusseren Ladenzone, Werbeflächen, wettergeschützter Zugang der Reisenden von den Strassenbahnstationen zum Bahnhof, Kiss and Ride, Überdeckung der Perrons im Ein- und Ausstiegsbereich, Rücksichtnahme auf die historischen Sichtbeziehungen, 30.000 m² Bruttogeschossfläche für neue Nutzungen.
Der p ort nimmt auf, vermittelt unterschiedliche Ansprüche und lenkt die Verkehrsflüsse. Er gewährleistet die widerstandsfreie Führung der Mobilitätsströme und signiert mit zwei städtebaulichen Dominanten, die gleichzeitig Beginn und Fluchtpunkt der vernachlässigten Achsen Ausstellungstrasse und Prater-Hauptallee bilden, den Praterstern als wichtigen Orientierungspunkt im Stadtbild von Wien. Die Platzmenschen finden Aufnahme in den p ort, docken an den Verkehrsraum an, verweilen im Dienstleistungsbereich, suchen am Hochplateau nach Worten oder queren den Platz, um die gewünschte Destination zu erreichen. Der p ort ist funktional und narrativ.

Auftraggeber: Österreichische Bundesbahnen
Raumprogramm: Umgestaltung des Bahnhofs und Schaffung von Verkaufs- und Gastronomieflächen auf ca. 8.550 m² BGF und einer Bahnsteigüberdachung über 7.000 m². Neuordnung der Verkehrsströme und Vorplatzgestaltungen für West und Ost (ca. 30.000 m² BGF)
Adresse: Praterstern, 1220 Wien
Bietergemeinschaft mit Hans Lechner ZT GmbH
Konsulent: Manfred Schenekl
Planungszeit: Oktober 2001- März 2002