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Wettbewerb Messecarre Nord

Das Wettbewerbsgebiet liegt in einem der 13 in Wien ausgewiesenen Stadtentwicklungsgebiete, dem Stadtgebiet Prater-Messe-Krieau-Stadion. Für den nördlichen Teil des so genannten Messecarrees, zwischen Ausstellungsstrasse, Eldscherplatz, Vorgartenstrasse und der neuen Trasse der U2 im Bereich der Messe Wien war der Entwurf städtebaulicher Strukturen mit dem „größtmöglichen multifunktionalen Nutzungpotenzial“ gefordert.
Das Gebiet zeichnet sich durch höchst charismatische, aber isolierte Nutzungen und Nutzungslandschaften aus. Auf sich selbst bezogen, temporär und eruptiv bespielt, vorwiegend in saisonalem Gebrauch, behaupten sie mehr oder weniger bestimmt ihre Grenzen: Messe, Wurstelprater, Grüner Prater, Krieau, Stadion. Alleine die Prater-Hauptallee zeichnet sich durch Mehrfachnutzung und intensiven Gebrauch und Nutzen rund um das Jahr aus.
Nun kann man diese Nutzungen wie pointierte Statements in der Stadt sehen und zum Programm erheben, an dieser Stelle weiter machen und eine weitere, auf sich selbst bezogene Insel in die Landschaft setzen. Die etwas holprige Lage im Stadtraum, würde einen derartigen Zugang Argumente liefern. Man übersieht dann allerdings, dass an dieser Stelle auch der Übergang zu den Wohnbauten zwischen Donau und Vorgartenstraße stattfinden kann und dass das Areal Teil einer inneren Stadterweiterung rund um die Verlängerung der U-Bahnlinie 2 ist.
Wir gehen daher einen anderen Weg. Weit davon entfernt, hier eine Mitte auszurufen, schlagen wir ein städtebauliches Konzept vor, das von der Einbindung in den Stadtraum, von Offenheit, Mehrfachnutzung und Vernetzung spricht und das versucht, Energien in den Stadtraum einzubringen.
Zwei Hochhausscheiben (Philemon und Baucis – das alte Ehepaar aus der griechischen Mythologie, das Zeus und Hermes bewirtet, steht für Offenheit und Gastfreundschaft.) definieren den Stadtraum und halten ihn offen für zukünftige Entwicklungen. Sie stellen ein markantes Zeichen in das Entwicklungsgebiet: zweimal rund 70 Meter im Quadrat, einmal entlang der Ausstellungsstrasse, beginnend am Elderschplatz, einmal östlich davon und quergestellt, eine Brücke über die U-Bahn.
Den Auftakt macht eine Stadtterrasse, die am Messevorplatz beginnt und sich entlang der U-Bahntrasse zum ersten Hochhaus (Baucis) zieht. Diese Geländestufe wird durch Cafes, Restaurants, Servicezonen, Kindergarten zu einer Zone urbaner Öffentlichkeit und spannt sich auf bis zur zweiten Hochhausscheibe (Philemon), die als Bürohaus und Nahversorgungszentrum ausformuliert ist.
Durch die Anordnung der Volumina bleibt der städtische Raum für zukünftige Entwicklungen offen, wird aber gleichzeitig durch Philemon und Baucis in Fassung gebracht. So wird der in Aussicht stehenden städtebaulichen Neudefinition und Nutzung der benachbarten Albrechtskaserne Rechnung getragen, aber auch das Potential einer offenen Messe als mehrfach genutzte Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Eventlandschaft ausgelotet.

Auftraggeber: MBG Wiener Messe Besitz GmbH
Raumprogramm: Bauplatz 1- 9800m² Bruttobauland/ GFZ_ Bruttobauland 3.27, BGF: 26100m² Büro, 2600m² Gewerbe, 2500m² Handel, 630m² Kindergarten, 224 PKW Tiefgaragenstellplätze.
Bauplatz 2 – 6.400m² Bruttobauland/ GFZ_Bruttobauland 3.86, BGF: 200m² Handel, 1.5400m² Hotel, 2.200m² Wohnen, 600m² Sonderfunktionen, 6.200m² betreutes Wohnen, 100 PKW Tiefgaragenstellplätze
Adresse: Messecaree Nord, zwischen Ausstellungsstraße, Elderschplatz, Vorgartenstraße und der U-Bahnlinie 2, 1020 Wien
Mitarbeiterin: Antje Ott
Konsulent: Manfred Schenekl
Planungszeitraum: April – Mai 2006