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Hotelneubau an der Linken Wienzeile

Der Standort des neuen Hotels liegt an der südlichen Grenze von Mariahilf, dem sechsten Wiener Gemeindebezirk. Dieser zwischen Hofmühlgasse, Gumpendorferstraße, Gumpendorfer Gürtel und Linker Wienzeile gelegene Bereich hat in den letzten Jahren Aufwertungen der sozialen und technischen Infrastruktur und laufende Verbesserungen der Wohnsituation der Bevölkerung erfahren. Auf Grund der exponierten Lage an der Linken Wienzeile, einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, kommt der städtebaulichen und architektonischen Einbindung des neuen Hotels in das Stadtgefüge höchste Bedeutung zu.
Die Flächenwidmung ermöglicht es, das vorhandene Grundstück über einem Niveau von 5,5m in der Bauklasse IV zu 75 % zu verbauen. An der Grenze zum Nachbargrundstück Mollardgasse 53-55 ist ein Durchgang freizuhalten.
Der Baukörper des Hotels reagiert auf das vorhandene Umfeld: An der einen Seite deckt er die großflächige Feuermauer des Hauses Mollardgasse 47-45 ab, an der anderen vermittelt er durch ein großzügiges Abstandhalten zum nur 11m tiefen Baukörper des Gemeindebaus. Durch das beidseitige Abrücken von den Nachbargebäuden in den Obergeschoßen entstehen stadträumlich wirksame Zwischenräume, die, als Vorfahrt und als Terrasse, auch der Funktion des Hauses dienen. Der so entstehende Baukörper schließt die Baulücke und ist gleichzeitig Solitär, ein selbstbewusster Teil der Blockrandbebauung an der Linken Wienzeile.

Die Erschließung: Der Zugang zum Hotel erfolgt über die Hotelvorfahrt, die sich zur Mollardgasse 49 orientiert. Schon in der Hotelhalle öffnet sich der Blick nach oben in eine komplexe Raumstruktur. Ein dichtes Netz von nach oben offenen Erschließungsgängen gliedert den Raum. Durch die geschoßweise Verschränkung entstehen niedrige und hohe Raumabschnitte, teilweise wird der Blick zum Himmel freigegeben. Die Wege sind von 1,70 m hohen Wänden eingefasst, die den Einblick in die Zimmereinheiten, die ihr Licht teilweise auch über die Halle beziehen, verhindern.

Die Zimmer: Die Nassbereiche zweier benachbarter Einheiten werden jeweils an der Zimmertrennwand miteinander verschränkt. Dadurch ergeben sich Bäder mit Fernblick und zusätzlich großzügig proportionierte Aufenthaltsbereiche.

In den Distanzräumen zu den Nachbargebäuden entstehen abenteuerlich schöne Räume, hier die Frühstücksterrasse.

Auftraggeber: conwert Immobilien Invest AG, Wien
Raumprogramm: 218 Betten in 108 Zimmern auf 3.943 m² Nutzfläche, inkl. Erdgeschoßnutzungen (Frühstücksraum, Verwaltung, Küche, Konferenzraum, Eingangshalle und dgl.)
Adresse: Linke Wienzeile 146 / Mollardgasse 51, 1060 Wien
Mitarbeiter: Casper G. Zehner, Almut Fuhr, Antje Ott, Morten Loes
Planungszeit: November – Dezember 2006