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Nachnutzung des Linzer Frachtenbahnhofs

Aufgabenstellung: Gegenstand des Ideenwettbewerbs war die Erarbeitung von Entwürfen für ein neues Quartier mit einer zeitgemäßen Mischung aus Wohn-, Büro- und Geschäftsnutzung in innerstädtischer Randlage. Das Wettbewerbsgebiet umfasst den Bereich des ehemaligen Frachtenbahnhofs Linz, es wird von Gleisanlagen der ÖBB, dem St. Barbara-Friedhof im Westen und der Lastenstrasse begrenzt und ist den Lärmemissionen der Westbahn im Norden und Osten und des motorisierten Individualverkehrs im Süden ausgesetzt.
Wohnen mit Getöse: Die städtebauliche Anknüpfungspunkte für unseren Entwurf liegen im Kreuzungsbereich Lasten- und Hamerlingstraße mit dem Stadtteilentwicklungsprojekt Lenaupark, im Bezug zum Bulgariplatz entlang der Gürtelstraße und in der zukünftig zu erwartenden städtischen Entwicklung in Richtung Süden. So reagieren wir auf die konkrete Situation in Anlehnung an das Entwicklungskonzept der Landeshauptstadt Linz und setzen folgende Schwerpunkte: Wir verweben den neuen Stadtteil mit den bestehenden Strukturen. Dabei setzen wir im Entwurf den Lenaupark fort und nehmen Bezug auf den Bulgariplatz. Gleichzeitig mindern wir die Barrierewirkung der hochgelegenen Bahntrasse durch eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke als Promenade hinüber ins Franckviertel.
Wir schlagen ein lokales Zentrum an der Kreuzung Lasten- und Hamerlingstraße vor.
Wir diversifizieren den Wohnstandort durch ein Angebot hochwertiger, verschiedenartiger Wohntypologien.
Wir bieten einen durchdachte Mischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten und Freizeit an.
Wir schaffen einen attraktiven und erlebbaren Grünraum für den Stadtteil, der durch die Integration von Flächen für Sport, Spiel- und Freizeitaktivitäten den öffentlichen Raum erheblich aufwertet.
Entwurf: Als urbaner und öffentlicher Raum mit übergeordneten stadtteilbezogen Nutzungen und unterschiedlichen Angeboten wie Geschäften und Freizeiteinrichtungen, Büros und Wohnungen wird eine neue Erschließungsstraße ausgebildet. Sie beginnt im Kreuzungsbereich von Hamerling-, Friedhof- und Lastenstraße, an dem das lokale Zentrum platziert wird. Entlang der neuen Erschließungsstraße öffnen sich einerseits eine urbane Platzanlage und andererseits der Stadtteilpark hin zur Wohnbebauung. An der Platzanlage finden sich Einrichtungen wie Espresso und Restaurant, Büchereizweigstelle und ein Stadtteilzentrum mit sozialen und kulturellen Service- und Beratungseinrichtungen. Der Stadtteilpark wird mit Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen aufgewertet.
Die Positionierung der Gebäude minimiert die Beeinträchtigung der Wohnbebauung durch Lärm. Dabei ergeben sich für die einzelnen angebotenen Wohnungstypen unterschiedliche Qualitäten des Ausblicks, des Privaten, des Bezugs zu öffentlichem Raum und Grünraum. In drei Wohnanlagen schlagen wir unterschiedliche Wohntypologien vor, die eine hohe Wohnqualität im innerstädtischen Bereich bieten: Terrassenwohnungen, Splitlevelwohnungen, Atriumhäuser, Lofts, Apartments.
Umsetzung: Wir empfehlen, das Gelände so früh wie möglich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und mit sozialen und kulturellen Nutzungen und Veranstaltungen zu bespielen, um den Stadtraum in all seiner Vielfältigkeit zurück zu gewinnen und das Künftige einzuleiten.

Auftraggeber: Immobilien Linz GmbH, 4040 Linz
Raumprogramm: Wohnen inkl. Altenheim 73.750 m², Büro 37.750 m², Dienstleistung / Handel 700 m² BGF
Adresse: ca. 9 ha begrenzt durch Franckstraße, Raimundstraße und Lastenstraße, 4020 Linz
Mitarbeiter: Morten Loes
Konsulent: Manfred Schenekl
Planungszeit: Juni – August 2006